Erste FactoryXML™-Produkte auf der Hannover Messe Industrie angekündigt

Langner setzt auf XML zur Online-Kommunikation mit Steuerungen

Hannover, 15. April 2002 – Das Hamburger Softwarehaus Langner Communications AG hat auf der Hannover Messe erste FactoryXML-Produkte angekündigt. Nachdem zur diesjährigen CeBIT die erste öffentliche FactoryXML-Spezifikation vorgestellt wurde, sollen Produkte bereits in den nächsten Monaten folgen. Damit werden erstmalig Standardprodukte verfügbar, welche XML nicht bloß zur Gerätekonfiguration, sondern zur Online-Kommunikation mit Steuerungen verwenden.

Zunächst setzen die Hamburger auf Gateways zu SIMATIC-SPSen. Konkret kündigte Langner ein Software-Gateway an, welches die proprietären Siemens-Protokolle MPI und Fetch/Write in FactoryXML umsetzt. Firmengründer und Vorstand Ralph Langner gibt sich optimistisch: "FactoryXML-Gateways werden die Kommunikation mit Siemens-SPSen für jeden Softwareentwickler drastisch vereinfachen, da die Beschäftigung mit komplizierten Binärprotokollen einfach entfällt." Langner spricht aus Erfahrung, bietet das Hamburger Softwarehaus doch seit Jahren konventionelle Treibersoftware für PC/SPS-Kopplung an.

Gerade Softwareentwickler aus dem IT- und Internet-Umfeld werden sich seiner Einschätzung nach nie für Themen wie MPI, AS511 oder Fetch/Write erwärmen können. Vor dem Hintergrund der allseits beschworenen Zusammenführung von IT und Fabrikautomation entstehe hier deshalb eine bedeutende Nachfrage. In diesem neu entstehenden Markt wolle man sich als "First Mover" etablieren. Mittelfristig setzt Langner auf einen Domino-Effekt: Wenn Entwickler, Nutzer und Hersteller die Einfachheit und Leistungsfähigkeit von FactoryXML erst einmal "am lebenden Objekt" gesehen hätten, würde dies die Nachfrage unweigerlich potenzieren.

Über FactoryXML
Die FactoryXML-Spezifikation trägt die Versionsnummer 1.2 (Vorversionen wurden nicht veröffentlicht). Interessant am Langner-Protokoll sind die Beschränkung auf wenige Grundfunktionen, die für eine leichte Implementierung sorgen soll, sowie eine leistungsfähige Schnittstelle für spontane Notifications. Langner geht davon aus, dass die für Fabrikautomation typischen (hohen) Datenmengen im Netzwerk – und erst recht im Internet – auf gar keinen Fall mit zyklischen Polling-Verfahren sinnvoll übertragen werden können. Eine extreme Reduzierung des Datenverkehrs wird dadurch erzielt, dass Peripheriegeräte und Steuerungen nur noch Änderungen bzw. das Eintreten bestimmter Kriterien melden. Hierfür gibt es in FactoryXML sogenannte Subscribe-Datagramme, mit denen eine Anwendung definieren kann, wann sie benachrichtigt werden möchte. Weiterer Vorteil: Auf Seiten der Anwendungssoftware kann mit ereignisgesteuerten Architekturen gearbeitet werden, wie dies im Bereich der objektorientierten Programmierung ohnehin üblich ist.

Für den Datenzugriff (Data Access) auf ein bestimmtes Gerät ist natürlich eine Beschreibung der verwendeten Datentypen, ihrer Wertebereiche usw. erforderlich. Langner geht hier unterschiedliche Wege. Zunächst ist die Art des Datenzugriffs innerhalb des FactoryXML-Protokolls nicht spezifiziert, sondern findet praktisch als "Payload" der übertragenen Datagramme statt. Im Datagramm-Header wird jedoch über einen XML-Namespace angegeben, welche Konvention für den Datenzugriff verwendet wird. Der Nutzer kann hier also einen eigenen Namespace ansprechen (zu erwarten wären hier beispielsweise künftige Geräteprofilbeschreibungen von Nutzergruppen) oder einen von Langner vordefinierten Namespace nutzen, der ähnlich wie OPC-DA aufgebaut ist. Dieser Namespace ist jedoch optional und nur als Vorschlag zu verstehen. Eine weitere Besonderheit von FactoryXML ist, dass als Transport nicht nur TCP, sondern auch das wesentlich schnellere UDP-Protokoll verwendet werden kann.

Laden Sie hier die FaxtoryXML-Spezifikation runter.

Über Langner Communications AG
Langner Communications AG, gegründet vom Vorstandsvorsitzenden Ralph Langner, hat ihren Firmensitz seit 1991 in Hamburg. Langner Communications AG verfügt über vierzehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung von Produkten und Lösungen für die Datenübertragung im P2B®-Bereich (Production-to-Business). Mit LUCA® bietet das Unternehmen die international umfangreichste Familie von Kommunikationstreibern an. Zu den Kunden zählen weltweit mehr als 3000 Unternehmen, darunter BMW, Bosch, Braun, Esso, Siemens und ZF Friedrichshafen.

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